Was bedeutet „Privacy by Design“?
„Privacy by Design“, vom Gesetzgeber auch „Datenschutz durch Technik“ genannt, verlangt, dass der Datenschutz schon in der Konzeptionsphase von IT-Systemen, Prozessen und Dienstleistungen berücksichtigt wird. Der Datenschutz soll nicht erst nachträglich „aufgesetzt“ werden, sondern von Anfang an fester Bestandteil der Entwicklung sein. Ziel ist es, potenzielle Datenschutzrisiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren, bevor sie überhaupt entstehen. Das Prinzip wird von den folgenden Kerngedanken getragen:
Was bedeutet „Privacy by Default“?
Mit „Privacy by Default“ soll erreicht werden, dass Systeme und Dienste standardmässig so konfiguriert sind, dass nur unbedingt erforderliche Daten bearbeitet werden. Der Gesetzgeber nennt das Prinzip „Datenschutz durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen“ – Nutzer sollen etwa aktiv zustimmen müssen, wenn sie zusätzliche Daten preisgeben möchten. Die folgenden Kerngedanken sind für „Privacy by Default“ wichtig:
Beispiel: Eine App sollte standardmässig keine Standortdaten erfassen, es sei denn, der Nutzer aktiviert diese Funktion bewusst.
Umsetzung in der Softwareentwicklung
Die Integration von „Privacy by Design“ und „Privacy by Default“ erfordert nicht nur technisches Know-how, sondern auch eine datenschutzfreundliche Unternehmenskultur. Die nachfolgenden fünf Schritte zeigen auf, wie du diese Prinzipien in der Softwareentwicklung deines Unternehmens umsetzen kannst:
1. Datenschutzanforderungen frühzeitig identifizieren
Führe eine Datenschutzfolgenabschätzung durch, wenn deine Software in grossem Umfang Personendaten bearbeitet, um mögliche Risiken zu bewerten. Identifiziere, welche Daten erhoben, gespeichert, bearbeitet und gelöscht werden müssen. Eine solche Abschätzung ist freiwillig, solange durch die Software keine umfangreiche Bearbeitung besonders schützenswerter Personendaten erfolgt.
2. Datenminimierung implementieren
Erhebe nur diejenigen Daten, die für die Funktion deiner Anwendung absolut notwendig sind. Anonymisierungs- oder Pseudonymisierungstechniken können zudem helfen, Personendaten zu schützen.
3. Sichere Datenarchitektur entwickeln
Verschlüssle sensible Daten sowohl „at rest“ (im Ruhezustand) als auch „in transit“ (bei der Übertragung). Implementiere rollenbasierte Zugriffskontrollen, um den Zugang zu sensiblen Daten zu beschränken und entwickle robuste Backup- und Wiederherstellungsmechanismen.
4. Benutzerfreundliche Datenschutzeinstellungen anbieten
Stelle sicher, dass Nutzer ihre Datenschutzeinstellungen einfach anpassen können. Biete Voreinstellungen an, die den maximalen Schutz bieten, z.B. deaktivierte Tracking-Funktionen.
5. Regelmässige Schulungen und Audits
Sensibilisiere dein Team für datenschutzrechtliche Anforderungen und führe regelmässige Überprüfungen durch, um sicherzustellen, dass deine Systeme DSG-konform bleiben.
Warum ist das wichtig?
Die Einhaltung von „Privacy by Design“ und „Privacy by Default“ schützt nicht nur vor rechtlichen Konsequenzen (inkl. allfällige Bussen), sondern stärkt auch das Vertrauen deiner Kunden und User.
Die Prinzipien „Privacy by Design“ und „Privacy by Default“ bieten IT-Unternehmen und Startups die Möglichkeit, Datenschutz von Anfang an in ihre Systeme zu integrieren. Dies minimiert rechtliche Risiken und schafft ein solides Fundament für datenschutzfreundliche Produkte und Dienstleistungen.
Bist du unsicher, wie du diese Prinzipien in deinem Unternehmen umsetzen kannst? Wir unterstützen dich bei der Einhaltung des Schweizer Datenschutzgesetzes und der Implementierung datenschutzfreundlicher Prozesse – von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Kontaktiere uns gerne für eine Beratung.
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